Die Kehrseite des „Equal Pay“-Gesetzes

oder auch, warum „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege einem Bumerang gleicht!

In einem Arbeitsmarkt, der einen solch ausgeprägten Mangel an Arbeitskräften zu bewältigen hat wie es im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege der Fall ist, bietet die Leiharbeit/Zeitarbeit heute eine Lösungsmöglichkeit für Menschen, die mit dem gängigen Beschäftigungs-Modell nicht ihre persönliche WORK-LIFE-BALANCE gefunden haben.

Dabei fällt auch den Verdienstmöglichkeiten eine entscheidende Rolle zu. Egal in welchem Unternehmen der Arbeitnehmerüberlassung, Gesundheits- und Pflegefachkräfte eine neue Heimat finden, die Bezahlung liegt erwartungsgemäß immer über den Möglichkeiten einer regulären Festanstellung.

Das Equal-Pay-Gesetz schreibt nun den Abgleich der Lohn- und Gehaltsbausteine einer direkt in der Einrichtung angestellten Fachkraft, mit den Lohn- und Gehaltsbausteinen einer ausgeliehenen Fachkraft vor. Regelmäßig zeigt dieser Vergleich im Ergebnis, dass Leiharbeitnehmer unserer Branche höhere Gehälter erzielen, als ihre Kollegen in den betreffenden Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Soweit so gut. Doch an dieser Stelle wollen wir Folgendes einwerfen: Hielte man sich jetzt tatsächlich an die Bedeutung von „Equal Pay“ –also „gleiches Gehalt“, dann müsste die Verpflichtung auch auf beiden Seiten wirken. Das Schutz-Gesetz würde damit zum Bumerang! Kranken- und Pflegeeinrichtung wären angehalten ihren Festangestellten das gleiche Gehalt zu zahlen, wie es die Kollegen in der Leiharbeit erzielen. Wäre das gerecht? Durchaus! Doch ist das realisierbar? Aktuell wohl kaum.

Konsequenter Weise dürfte man hier nicht beim Geld aufhören. Spielt man den Gedanken weiter durch, kommt man unweigerlich von einer Angleichung zur Nächsten und irgendwann steht man vor der Frage: wo fängt es an und wann ist Schluss?

Denn wenn für uns wirklich alles gleich wäre, wo bliebe dann die Freiheit des Einzelnen, den eigenen Beruf so zu gestalten, wie man es für sich persönlich will? Und wie passt das noch mit unserem heutigen Zeitgeist zusammen, welcher der Individualität des Einzelnen immer mehr Raum zugestehen will?

Aus einer reflektierenden Sicht heraus sind wir versucht, tendenziell immer das haben zu wollen, wovon wir glauben, dass es andere besser haben als wir. Doch selten ist etwas einfach besser. Vielmehr ist es ANDERS. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Beitrag „Klassische Festanstellung vs. Festanstellung in der Leiharbeit“.