Klassische Festanstellung vs. Festanstellung in der Leiharbeit

– oder auch die Antwort auf die Frage: Spielen wirklich allein die Gehälter eine so entscheidende Rolle oder ist es nicht vielmehr das Gesamtbild, welches die ausgeübte Tätigkeit ausmacht?

Früher war das Erste, was einem bei dem Begriff „Leiharbeit“ in den Kopf gekommen ist: „oh, das ist doch Lohndumping und die machen mit dir, was sie wollen“. Wie sehr sich dieses Bild geändert hat, wird einem bewusst, wenn wir heute auf die Wahrnehmung von Leiharbeitskräften in Kranken- und Pflegeeinrichtungen schauen. Zu Allererst fällt einem auf, dass „Lohndumping“ in den Köpfen keine Rolle mehr spielt. Ganz im Gegenteil: da kursieren Stundensätze im Pausenraum, die gefühlt schon eher „Vorstandsgehältern“ gleichen, als dass sie noch etwas mit einem realistischen Gehaltsanspruch zu tun hätten.Es ist richtig, das unsere Gehaltsmöglichkeiten die regulären Möglichkeiten einer Festanstellung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege übersteigen. Allerdings gleicht die Vergütung in der Leiharbeit keinem „Schlaraffen-Land“. Mit einem höheren Vergütungsanspruch einher gehen zudem weitere Veränderungen, welche Vorteil und Nachteil zugleich sein können –je nachdem, wie die eigene Arbeitswelt aussehen soll.

In Einrichtungen fest angestellte Mitarbeiter haben den Vorteil, jeden Tag im gleichen Team ihrer Arbeit am gleichen Arbeitsplatz nachgehen zu können. Für eine Leiharbeitskraft „aus Überzeugung“, wäre dieser gleiche Umstand etwas Nachteiliges. Sie will eben nicht mehr dieses feste Gerüst. Mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität, muss ein Leiharbeitnehmer/eine Leiharbeitnehmerin zugleich aber auch mehr Flexibilität bieten. Ein klassisch fest angestellter Arbeitnehmer/-in möchte diese Flexibilität wiederrum nicht. Ihr merkt schon, worauf wir hinaus wollen:

Was für eine Leiharbeitskraft „aus Überzeugung“ von Vorteil ist, ist für einen regulären Angestellten hingegen oft ein Haken. Wenn es an unserem heutigen Pflege-Notstand etwas Gutes gibt, dann ist es eben die Freiheit des Einzelnen, sich entscheiden zu können, wie das eigene Leben und die eigene Arbeit aussehen soll.